Herausforderungen – Grenzen verschieben! … oder einfach nur laufen? (Zitat Rene Kottlowski)

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auch der Wettergott meinte es gut
Der Spruch kommt von einem Ultra Läufer der auch dabei war, passt super zu meinem Beitrag, Danke Rene.

Aber starten wir doch einfach mal…

nach Salzburgs Scenic Ultra im Rahmen des Mozart100 Events und dem MaintalUltra in Veitschöcheim 4 Wochen später, wurde ich gefragt, ob der Allgäu Panorama Ultra nicht etwas für mich wäre? Ich hab lange überlegt, den 3 Ultra-Läufe in einem Jahr, ist das wirklich sinnvoll? Was macht das mit meinem Körper und wie kann ich das mit der Arbeit, dem Studium und allem verkraften? Nach doch für mich langem zögern sagte ich zu und so galt es…Allgäu…Sonthofen-Oberstdorf ich komme.

Mein Lauffreund Armin ist bereits Freitag angereist und checkte schon mal das Wetter und die Ferienwohnung. Regen und kühles Wetter versprachen einen anstrengenden Lauf, aber dazu später mehr.

Nach einer anstrengenden Woche auf Arbeit im Spätdienst, ging es für mich nach 4h Schlaf Samstags vormittags auf die Anreise, welche sich durch das Taubertalfestival gleich zu beginn mit Umfahrungen hinzog und das dann auch erst fast 4h später endete. Trotz allem gut angekommen und das super Wetter folgte mir wohl, den es wurde trocken und etwas wärmer. Kaum da, sind wir auf die kleine Messe bei der BauxMit Arena gefahren. Dort waren schon viele unterwegs, da auch der KidsRun und der 5km Lauf bereits am Samstag nachmittag startete. Nach dem ich meine Startunterlagen bekam, ging es zum lecker Pasta Essen nach nebenan. Die leckere Pasta und das nette Team waren einfach mega. Pünktlich zum Briefing waren wir wieder da und so schaute ich mir das erste Mal die Strecke für morgen an. Es hieß nur 3 Anstiege, der letzte sei der schwerste und ich sollte Kraft aufheben, laut Christian, der neben Axel einer der Veranstalter ist.

Abends nochmal zusammen Pasta essen und dann auch nicht all zu spät ins Bett, immerhin klingelte 4Uhr der Wecker.

Nach einem lustigen Frühstück, einer kurzen Fahrt nach Sonthofen waren wir auch unter fast 250 weiteren Ultra Startern, die sich kurz vor 6 Uhr bereits motiviert und gut gelaunt beim AllgäuOutlet, dem Start, einfanden.

Wir starteten Punkt 6 Uhr, ohne großes TamTam, einfach ruhig und ordentlich wie es eben bei solchen Veranstaltungen abläuft. Gemütlich, kein Stress und wirklich familiär. Nach kurzem einrollen auf Schotterwegen und Asphalt waren wir bei Kilomter 2 langsam am ersten Anstieg zum Weiherkopf (1665üNN), der uns bis ca 13km auch begleitete. Bergweiden, wunderbare Aussichten über das Allgäu und ein klasse Landschaft begleitete mich und Armin. Nette Menschen zum quatschen und auch die Kühe begrüßten uns und die Helfer an den Verpflegungsstellen – einfach gigantisch!

 

Nachdem wir in Grasgehren bei Kilometer 18,4 die erste Cutt Off Zeit mit gut 2h33min erreichten, hatten wir knapp 45min Vorsprung vorm ausscheiden. Wenn ich das so vergleiche, meine HM Bestzeit liegt bei 1h30min und hier war ich mit im hinteren Drittel der Starter??? Schon etwas anderes ein Trail oder Ultra, nicht immer am Limit Vollgas sondern die Anstiege eher nur geh- statt laufbar.

In Grasgehren holten wir uns bei Wasser, Cola, belegten Broten, Kuchen, Salzstangen, Obst und allem was man sich vorstellen kann die nötige Power um weiter zu laufen. Es ging erstmal einige Kilometer die super laufbar waren, wobei der Asphalt und Schotteranteil auf der gesamten Strecke überwog. Bei Kilometer 22 kam der Abzweig der Marathon Strecke, die bis dahin gleich war. Die Läufer starteten erst 8 Uhr, also trefen wir unterwegs leider niemanden der flotten Jungs und Mädels. Ab nun galt es, den der Anstieg zum Hörnlepass stand kurz bevor. Endlich, fast Halbzeit und Kilometer 31,9 ereichten wir den 2ten VP und die Möglichkeit, die abgegebenen DropBags zu nutzen. Essen, Trinken und die Bags gaben wir Armins Freundin, die uns mit den Hunden an den VP immer abfing und motivierte. Somit starteten wir gekräftigt und motiviert ins Kleinwalsertal auf den Weg nach Riezlern.

 

Kaum unten, ging es erneut bergauf. Es sollte ein sehr langer und kraftraubender Anstieg werden. Aber es war langsam mittag, die Sonne kam durch und so war der Ausblick auch gigantisch. Der Weg über die Hochleite nach Oberstdorf zur Erdinger Arena bei Kilometer 49,2 wurde mit sehr anspruchsvollen Downhills und auch mit Möglichkeiten zum verlaufen gespickt, die einen weiterhin vollste Konzentration abverlangtem. Nach fast genau 7h erreichten Armin und Ich erneut begleitet von seiner Freundin die Arena und den letzten CuttOff Punkt. Wir hatten 1h30min vor der letztmögliche Zeit die Verpflegungsstelle erreicht und wurden bereits per Helfer und WalkieTalkie angekündigt. Es war echt klasse, denn eine persönliche Begrüßung kannte ich sonst kaum. Gut gestärkt und schon körperlich gezeichnet sind wir weiter, dem Ziel entgegen. Ein aussteigen, dass hier offiziell möglich gewesen wäre wollten wir in keinstem Fall und so hies es den nächsten Anstieg über Gaisalpe, Entschen-Alpe begann.

An der Entschen-Alpe ging es erneut nur noch 2km nach oben zum Sonnenkopf. Aber was das war… ein Anstieg der meine Kräfte vollends aufbrauchte. Ein enger Trampelpfad, ständige unterschiedliche Schrittlängen und Richtungsänderungen, einfach kraftraubend..Endlich oben und es hieß durch schnaufen, hinsetzen und kurz einfach nur den Asublick genießen. Wir haben Kilometer 59 erreicht und ab nun ging es fast nur noch bergab. Eine lange Strecke, wenn man bedenkt wie lang es bereits bergauf ging und vor allem wie lange ich unterwegs war. Körperlich und mental am Ende, ging es weiter, mit dem Ziel Sonthofen.

Armin schickte ich vorraus, ich spürte langsam die letzten Wochen, aber nein, als toller Kumpel und Freund wollte er, dass wir gemeinsam das Ziel erreichen und so zog er mich weiter. Ab nun kannte ich die Strecke, da wir am Vortag mit den Hunden hier eine kleines Stück gegangen sind. Also nochmal alles geben, lächeln und die Schmerzen weglaufen…und endlich wars soweit, das Ziel in Sonthofen vor dem Wonnemar Bad kam in Sicht und wir gemeinsam nach 69km, 3270HM und 10h52min als 134 und 135 gesamt über die Ziellinie. Auch viele nette Menschen die ich unterwegs traf waren entweder bereits da oder kamen kurz nach uns, wie Christina, die uns von Kilometer 15 ab immer wieder mal über den Weg lief. Das Zötler Bier schmeckte, die Zeit sitzend tat gut und trotz allem war ich kreidebleich und echt fertig. So einen genialen Lauf mit einer mega Landschaft, tollen Startern/innen und einem mega Team an allen VP Punkten bin ich noch nicht oft gelaufen. Auch körperlich so am Ende war ich nur, als ich 2016 den U.TLW in Lam meisterte…

Die Trophäe, das Steinmännchen ist eines meiner schönsten Finisher Geschenke, zu dem auch körperlich am schwersten zu erarbeiteten gewesen. Mit Stolz hat es einen Platz bei mir zu Hause gefunden.

 

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Es ist schon faszinierend was ein Mensch, mit Wille, körperlichem Training und Motivation sowie lieben Menschen im Hintergrund alles erreichen kann. Es war so schön, völlig am Ende eine liebe Stimme am Telefon zu hören, die einem wieder Energie gibt. Armins Freundin, die uns Kaffee kochte und Kuchen servierte….Motivation von Läufern und vorallem die Anerkennung der Anderen zu sehen, wenn man mit einer Trophäe wie dem Steinmännchen unter der vielen Startern sitzt. Jeder der einmal im Allgäu laufen möchte, sollte sich bei dem Event einfinden. Es ist kein reiner Traillauf, man kann es locker mit normalen Laufschuhen rennen, man sollte aber die fast 3300HM nicht unterschätzen, den wenn man am Ende für knapp 20km eher 3-4h benötigt anstatt 1h30min ist es schon eine Herausforderung, die man bewusst angehen muss.

Mit Sicherheit werde ich hier wieder laufen, Dank der Klasse Orga, den Helfern die einen immer freundlich Getränke ausgaben und auch Dank der super Strecke, die alles fordert und einem sovieles zurück gibt.

 

Grenzen verschieben oder einfach nur laufen?

 

Für mich war es beides. Die Grenzen der Leistung wurden durchschlagen, die Höhenmeter hatte ich noch nie geschafft. Einfach nur laufen, den ich liebe mein Hobby, möchte weiterhin auch solche Läufe meistern.

 

Verrückt? Naja, für manche mag es verrückt sein, aber für mich ist es Back to nature, Natur genießen, Freiheit spüren…….Freunde treffen und kennenlernen und…..

ja das verrate ich Euch beim nächsten Mal.z

Der Reiz – Ultraläufe

Jetzt stelle ich mir diese Frage schon zum 3ten Male und noch immer kann ich sie noch nicht richtig beantworten.

Was ist der Reiz an Distanzen jenseits der Marathonmarke? Sei es eine Distanz bis 100km, vielleicht 100Meilen oder sogar noch längere Wettkämpfe über mehrere Tage, diese oftmals Landschaftsläufe oder sogar Trailveranstaltungen faszinieren immer mehr Läufer/innen und auch mich. Ehrlich behaupten laufen, egal welche Distanzen ist gesund kann ich von mir aus gesehen bereits nicht mehr so einfach beantworten, vor allem wenn es zu solchen „extremen“ Distanzen geht.

Das berühmte Zitat von Emil Zatopek: „Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft.“, mag wohl stimmen.

Und auch am letzten Wochenende traf dies erneut auf mich zu. Vom 16.06. bis 18.06. 2017 fand in Salzburg zum 5ten Mal das Event Mozart100 statt. Was heißt das eigentlich, spielt Mozart eine Rolle, gibts da etwas besonderes…Fragen, welche ich mir bei der Anmeldung nicht wirklich stellte. Eine Freundin schrieb mir, dass Sie dort starten möchte und ich nach kurzem überlegen meldete ich mich auch dort an. Klar nach dem Rennsteig Superarathon läuft man ja gleich 4 Wochen darauf den nächsten Ultra. Verrückt oder? Keineswegs würden die einen sagen, na klar die nächsten und meine Freunde – mhh, eher Ronny spinnt.

Am Ende landeten wir sogar zu 3 in Salzburg, denn mein Lauffreund Armin kam noch spontan mit. So holten wir munter und guter Dinge die Unterlagen, dachten wir. Am Start wurden wir in den Europark zum Sportgeschäft Hervis geschickt, da am Freitag die Unterlagen dort abgeholt werden mussten. So kamen wir ungewollt zu einer kleinen Standrundfahrt mit dem Taxi und promt am Ziel angekommen gabs die personalisierten Startnummern und den obligatorischen Starterbeutel.

 

Danach ging es erneut zum Residenzplatz, und da es ja nur knapp 5km waren sind wir gelaufen und konnten so etwas die Zeit zusammen verquatschen und natürlich auch Salzburgs unbekanntere Ecken kennen lernen.

Am Residenzplatz angekommen ging auch sofort das Briefing los. Von den wenigen Trails ist es mir ja bekannt, Armin war das neu. Pflichtausrüstung, Trinkbecher, Rettungspfeife, Essen und Trinken, eine Jacke, Verbandsset, Stirnlampe, Handy, GPS Gerät…alles Dinge die hin und wieder dabei sein müssen. Nach dem Briefing ging es zum kräftig Carbo Loading und darauf hin langsam Taschen und Laufsachen packen.

Unruhige Nacht, müde, kaputt und alles in Frage stellend ging es Samstags früh zum Residenzplatz, wo nach kurzem Check der Ausrüstung der Start zum Scenic Ultra erfolgte. Punkt 9Uhr ging es schön gemütlich und ohne Stress und Schubserei auf die 63.5km mit ca 2211Höhenmetern. Die ersten 10km lief es locker, Radwege und Straßen führten uns zu dritt aus Salzburgs, Richtung erstem Anstieg, der Glasenbachklamm. Dort zeigte es sich, das es noch eine spannende Strecke mit einigen Trailabschnitten vor uns liegt. Es ging schöne 2km bergauf und wir konnten uns bei ca 12km an der ersten Labestation verpflegen. Obst, Gemüse wie Tomaten mit reichlich Salz, Brot mit Bärlauch, Paprikaaufstrich oder Schmelzbrot, sogar Kuchen, alles was so gar nicht Straßenwettkampftypisch ist. Da wird auch mal stehen geblieben, gescherzt, gelacht und einfach genüsslich die Landschaft betrachtet….ist das nicht herrlich?

Es ging weiter, zum Watzmannblick, ein gigantischer Anblick einer mega Landschaft. Langsam begreife ich warum ich so gerne laufe…………………..

Bis Kilometer 24 blieb Armin bei mir und Dunja, danach zog er auf und davon und wir liefen Richtung Fuschlsee zu Zweit, aber nie alleine…Türkisblaues Wasser, azurblauer Himmel, lockere Beine…Vorfreude auf die 3te Labestation. Dort war auch der Start des Scenic Light, wo sich die Läuferschar Punkt 14Uhr auf den Weg nach Salzburg machten. Kurz vorm Gitzenberg erreichten uns die TOP Läufer, wir feuerten Sie an, Sie respektierten unser bereits erreichtes und so motivierten wir uns immer wieder gegenseitig. Im inneren sah es bei allen ganz anders aus. Der Kopf setzte sich irgendwann durch und machte uns mürbe, wir zogen uns im schnellen Gehschritt die Anstiege hinauf, wir fluchten und rannten weiter bis zum Marathon. Dort verpflegten wir erneut und hier trennten sich unsere Wege nun auch. Dunja schickte mich los, mir kribbelte es ja schon lange…..Was der Kopf einem sagt und was man während so einem Lauf macht sind oft Dinge, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen.

Ich zog los und rannte was möglich war, bergauf und bergab, alle mussten mich für verrückt gehalten haben. Bei Kilometer 52 war die letzte Verpflegungsstation und ich nahm kurz vorher mein erstes Gel. Zusätzlich gabs noch ne Cola, jedenfalls vermutete ich es. Langsam gingen die Kräfte aus und ich bereute das schnelle laufen. Es ging weiter, der Nockenstein stand an, wo man einen mega Asublick auf die Landschaft genießen konnte.Krämpfe beim Abstieg, schöne Strecken die ich beim downhill filmte, aber kaum unten ging es erneut rauf. Treppenstufen, Wurzelabschnitte, alles war da und alles raubte mir meine nur noch spärliche Kraft und ich wusste, der letzte Anstieg steht mir noch bevor…der Kapuzinerberg mitten in Salzburg.

Die letzte Getränkestation, das Schild nur noch „2km“ kaum danach und nun galt es, fast 600 Treppenstufen auf 1000m zu überwinden. Hierverlor ich endgültig meine Kraftreserven, mir wurde übel, die Cola, oder Cola-Energy-Mix wollte Hallo sagen und mein Kreislauf, der war irgendwo, nur nicht mehr normal und auf meiner Seite. Ich war langsam vorwärts gekommen, oben…….endlich. Nun weiß ich was mir an dem laufen liegt. Ich möchte die Landschaft erleben, laufend und mit all ihren Facetten. Ich möchte mich spüren, meine Grenzen austesten und darin frei zu sein.

Ich bin angekommen, konnte ins Ziel laufen und war dort stehend k.o. Armin war bereits fast 50min vor mir angekommen, etwas erholt, trotz Schmerzen im Knie. Ich versuchte meinem Körper die Zeit zu geben die er brauchte um normal atmen zu können. Nach kurzer Zeit suchten wir unsere Taschen und warteten nun auf Dunja, die Unterwegs uns auf dem laufenden hielt wo Sie ist. Und lange mussten wir nicht warten. Auch Dunja kam ins Ziel und war sichtlich erleichtert, aber auch glücklich. Zeiten, sind hier nicht wichtig, nur Makulatur. Wichtig ist das finishen an sich und zu wissen, man hat etwas erreicht worüber man in Zukunft sich lange und gemeinsam unterhalten kann.

Nach kurzer Pause ging es ins Hotel und von dort nochmal in die Innenstadt von Salzburg, wo wir etwas uns stärkten und dann im Zielbereich die letzten Zieleinläufer vom 105km Lauf anfeuerten. Als Belohnung unserer Mühe gab es dann noch Mozartkugeln und das Zieleinlaufsbild inkusive Medaille.

Kann ich die Frage vom Anfang nun beantworten? Wohl noch nicht! Aber eines weiß ich, es wird noch einige dieser Ultras geben und ich werde mich quälen, lachen, gehen und laufen, fluchen und vor Freude jubeln und ich werde dabei jede Sekunde des Laufes in mich aufsaugen und abspeichern um später einmal sagen zu können:

“ Schaut, ich war einer von wenigen, die Ihr Leben laufend erobert haben.“

Abenteuer Rennsteig – Supermarathon

Es ist nun bereits 5 Jahre her, als ich das erste Mal bei einem der größten Landschaftsläufen in Deutschland dabei war, dem Rennsteiglauf. Ich wurde durch einen Bekannten Läufer darauf aufmerksam und ich habe zum 40. Jubiläum mir überlegt, dort meinen 1. Halbmarathon zu laufen. Gesagt getan, bin ich 2013 Anfang Mai nach Oberhof gefahren und übernachtete in der Turnhalle des Sportgymnasiums, dem Massenquartier.

Nun fragt Ihr Euch sicherlich, was will ich nun Euch von 2013 berichten? Tja, an dem Freitag vor dem Lauf unterhielt ich mich dort mit einigen “ Widerholungstätern“ und lies mich von der Faszination und Begeisterung von diesem Lauf erzählen. An dem Samstag früh galt es dann…aufstehen 4Uhr, waschen, frühstücken, Feldbett abbauen und Quartier räumen. Pünktlich 06:30 Uhr den gelben, von der deutschen Post gesponsorten Beutel mit den Sachen fürs Ziel abgeben, warten auf den Start 07:30. Startblock 7, ewig weit hinten und fast 7.000 Läufer/innen mit mir…es war kalt, früh gab es Bodenfrost und die dicken Pullover warf jeder weg als es los ging. Die Strecke führte über den Höhenkam des Rennsteiges und führte ins Ziel nach Schmiedefeld, im übrigen echt eines der schönsten was ich sehen und erreichen durfte bisher. Ziel, ich sprinte und kam in einer für damalige Verhältnisse Top Zeit für mich an und sagte sofort, ich komme wieder.

Zu Hause angekommen meldete ich mich erneut für den Halbmarathon an und wusste aber schon, in 5 Jahren läufst auch Du den Supermarathon am Rennsteig…

…Und nun, 5 Jahre später lief ich am 20.Mai 2017 den Supermarathon. Und ich war nicht allein den bereits bei meiner 2ten Teilnahme am Rennsteiglauf brachte ich einen Laufkollegen mit und auch Armin fand den Lauf, die Veranstaltung und die Orga so gut, dass auch er gerne widerkehrte. So wurden wir „organisierter“, reisten eher an, suchten ein Ferienhaus und trainierten und entschieden das wir beide zusammen den Supermarathon laufen werden.

Wir sind dann bereits am Donnerstag Abends in Unterschönau angekommen. Ganz relaxt ging es am Freitag auf 14 Uhr nach Eisenach um die Unterlagen abzuholen. Ein Parkplatz war fix gefunden, weit laufen mussten wir auch nicht, so konten wir bereits 15min später alle Unterlagen in der Hand halten. Eine gute Lauffreundin schrieb mich an, dass Didi Beiderbeck keinen Guide mehr hat und seine 22. Teilnahme am Rennsteig Supermarathon in Gefahr ist. Da galt es, ab zu den Veranstaltern und ein Hilfegesuch abgeben. Didi ist ein mega Streakläufer, dass heißt er läuft täglich und das seit fast 1000 Tagen. Dazu ist er stark eingeschränkt beim sehen, dass heißt bei öffentlichen Wettbewerben muss er mit Guide laufen. Nun aber fix noch mit Ihm telefoniert und hoffen das er jemanden findet. Die Veranstalter sind da so kooperativ gewesen, einfach Rennsteig eben.

Bei Kaffee und Kuchen liesen Armin und ich es uns gut gehen, auch wenn der Kaffee mit 3 Euro pro Tasse schon sehr übertrieben war…..

Abends dann wurde ich aufgeregter, die Sachen waren mehrmals gepackt und geprüft, Startnummer und Rucksack mit Gel und Riegel fertig…… Um 21 Uhr hieß es dann ab ins Bett, um halb 12 war ich noch immer nicht richtig müde. Die Halbmarathonis kamen von der Feier von Oberhof und wir standen um 1Uhr nachts zum frühstücken auf……Wisst Ihr, dass ist schon krass, vor allem aber interessant was der Körper um die Uhrzeit bereits essen kann.

 

Raceday: Es galt…2 Uhr fuhren wir nach Schmiedefeld, denn wir wollten unser Auto abends dort stehen haben. Die anschließende Busfahrt nach Eisenach war lang und unbequem. Schlafen ging nicht und essen auch nicht mehr so richtig, aber ein Brötchen sollte wenigstens noch sein.

In Eisenach gabs dann angekommen eine mega ruhige und gelassene Atmosphäre. Ultraläufer sind eben nicht so hektisch aufgelegt. Wir tranken Tee, gingen erstmal aufs obligatorische Dixi, ab ins Zelt und kurz ausruhen, sammeln und vorbereiten. 05:40 dann gab ich den deutsche Post Sack ab, in der riesigen Erwartung diesen auch in einigen Stunden in Schmiedefeld wieder einzusammeln. Nun ging es nochmal einen Tee trinken, die nächste Toilette aufsuchen und dort mal bei den Mädels anzustehen, wo die Männerschlange unendlich lang war….. Ja so ist es eben in Eisenach, hier sind auch mal die Mädels überrascht die Männer auf ihrer Toilette zu treffen… 😉

Nun aber fix einreihen in der Mitte des Feldes, nicht zu weit vorn war der PLan, sonst sind wir zu schnell. Dort traff ich noch Freunde aus der Laufgruppe, Thomas Damisch mit seiner Laufbegleitung, JesMonRohm Jessica Pikarski und und und…alle sollte ich unterwegs mal weniger mal öfters wieder treffen.

Punkt 6Uhr startete es nun und die ersten paar Meter gingen schön entspannt zum ersten Anstieg, vorbei am Burschenschafftsdenkmal immer gen Rennsteighöhenweg. 25km sollte es nun fast nur bergauf gehen und Leute ich kann es Euch nur sagen, es war auch so. Unterwegs treff ich Ricarda, eine ehemalige Langlauftrainingspartnerin die auch erneut mitlief. Sie hatte Unterstützung neben der Strecke und so konnte auch Armin und Ich immer davon profitieren, denn wir liefen uns ständig über den Weg.

Die Verpflegung unterwegs war gigantisch….schon am ersten Stand riefen uns die Frauen das Zauberwort entgegen „frischer Schleim, Bioschleim, mit Blaubeeren, kommt Leute nehmt Euch…..“ anfänglich noch mit dem Gedanken, naja schmeckt das, wurde dieser in ständig neuen Ausführungen leckerer und auf der Schmücke bei km 62 war er dann perfekt. Aber dazwischen lagen noch einige Stunden und Verpflegungsstationen sowie Wiener, Brote mit Butter und Schnittlauch, Zitronenspitze mit Salz, Fettbemme, Apfelstücke, Bananen und was das Herz alles begehrte…….Auch hier gilt es einfach zu entschleunigen, dem Körper genügend Energie wieder zurück zu geben und aufzunehmen. Es ist nicht wichtig schnell zu trinken und weiter, sondern viel zu nehmen und ruhig langsam weitergehen dann. Die Umweltzonen waren locker 300m nach der Verpflegung noch da und somit liesen auch wir es nach km 37,5 auf der Ebertwiese langsam angehen. Immerhin hatten wir Halbzeit und wussten, die meisten Höhenmeter sind geschafft.

Nun wurde es vermehrt zur Kopfsache. Die Schuhe drückten und quälten mich, vor allem der linke rieb am Außenknöchel. Auch Armin kämpfte und wir merkten, die ersten 20km waren wir zu zügig und das stoppen und verpflegen der ersten Stationen war verkehrt, immerhin ging es meistens danach bergauf und da war an laufen nicht zu denken. Also gingen wir ab nun viele Bergaufpassagen und liefen wo es ging wieder. Als wir beim Grenzadler waren war es unendlich schwer, 54,7km sind geschafft, mein längster Wettkampf und  bisher auch ein sehr harter. Die Muskeln machten ab und an schlapp und ich sagte da schon mal: “ Armin, ich krieg die Beine nicht hoch……“

Aber als wir Kathrin sahen war viel verraucht von der Anstrengung. Armin feute sich mega und wir haben uns dort bei einer guten Suppe, viel VitaCola und Bemme mit Butter und Salz etwas erholt. Nun ging es weiter, die restlichen 18km waren sehr schwer, da wir die Strecke aus den Jahren davor vom Halbmarathon kannten. Wir witzelten über die Busse, die die Läufer nach Oberhof zurück brachten. Vor Jahren sagten wir noch, die müssen verrückt sein, so lange zu laufen und un waren wir selbst die Verrückten…

Dann kam ein Schockmoment……Armin gings nicht gut und er nahm einen Salzstick und das war echt n Moment wo mir das Herz in die Hose rutschte denn das war nicht so gut. Sein Körper reagierte prompt und nur durch die 2 Apfelstücke die ich noch im Rucksack mit trug konnten wir den Reiz der aufkam unterdrücken…. Es dauerte sicherlich noch 2-3km bevor es wieder richtig lief, aber zum Glück ging das nochmal gut aus.

Ab der Schmücke, die berühmte Schmücke lief es bei uns beiden wieder ganz gut und die Kilometer 70 bis 72 waren wir wohl am schnellsten unterwegs. Zwischen 5min30 und 5min25 liefen wir und konnten somit für ungläubige Gesichter sorgen bei den Mitstreitern die wir überholten. Nur noch an den Gärten vorbei, die Häuser links liegen lassen und dann wollten wir ruhig mit irgend einer Zielfigur ins Ziel eingehen….Dann trafen wir auf Rene, Armins Cousin und der puschte uns sooooo sehr, das wir die letzten 500m mehr sprinteten als zu gehen und somit liefen wir Hand in Hand durchs Ziel und waren fix und alle……aber glücklich.

Rennsteiglauf, ach Du mein Rennsteig……ungläubig und komplett fertig realisierte ich nicht einmal was ich gemeistert hatte und auch heute, 1 Woche darauf stehen mir noch immer die Tränen in den Augen, wo ich doch gerade diese Zeilen schreibe und es noch immer nicht realisieren kann was passierte.

In offiziellen 8Stunden54min34sek erreichte ich als gesamt 1040 das Ziel und Leute, ich bin sowas von überwältigt……. Unter 9Stunden wollte ich und zwischenzeitlich war ich sogar mit unter 10Stunden zufrieden, denn auf diese Zeit wäre es hinausgelaufen. Die 2te Hälfte des Rennsteiglaufes kann alles kippen, zum positiven und negativen….Wären wir noch schneller angegangen, hätten wir das Tempo nicht durchgehalten…auch ein Profi musste dies als gesamt 2ter am Grenzadler spüren, denn völlig entkräftet stieg er dort aus.

Rennsteig Supermarathon, es ist ein Erlebnis und es ist immer wert, dort vorbei zu kommen. Ich wollte vor 5 Jahren diesen Lauf meistern und ich habe das erreicht was ich mir vornahm. Es ist schon heftig was ich erlebt habe, von heftigsten Schmerzen, von Glücksgefühlen bis zur völligsten Erschöpfung. Habe ich das bereits so richtig realisiert??? Nein, noch lange nicht. Im Ziel emfingen mich und Armin die restlichen Halbmarathonis und einige Freunde. Es war so mega und ich bin so unendlich stolz im Ziel Freunde zu treffen. Es ist soooo schön auch Freunde im Ziel zu sehen, Ricarda die Ihre Bestzeit topte, Stefanie, die Sie ja supportete und wo ich mega glücklich war Sie mal wieder zu treffen, Jess, die wie ich zum ertsen Mal den Supermarathon meisterte, Thomas, der vor mir locker ins Ziel kam, trotz seines WHEW100 in den Beinen, SonniEm welche ich auf Mallorca beim TrailCamp kennenlernte und sich auch auf die Supermarathon Distanz von sage und schreibe 73,5km wagte und noch viele mehr………

Die anschließende Party im „schönsten Ziel der Welt“ hatte auch erneut mega mäßig Spaßß gemacht, wenn ich auch leider bereits 21Uhr heim wollte. 20 Stunden wach und fast 9h laufen waren doch heftig….

Am Endewerde ich wohl noch in Monaten darüber reden, mich an die vielen Momente zurück erinnern und einfach nur Happy zu sein über das was ich dort erleben durfte. Ich freue ich, auf ein neues sagen zu dürfen, Rennsteig ich bin dabei 😉 und dann auch mit noch mehr Bildern, Eindrücken wie die Wartburg, drum herum Nebel und nur die Burg war frei zu sehen…..solche Momente sind gigantisch und unbeschreiblich…..

TrAiL rUnNiNg MaLlOrCa

2017 bin ich zum 3ten Mal mit LaufCampus zum Trail Running Camp auf Mallorca gewesen. Can Picafort, was für ein schöner verschlafener Ort Ende Februar Anfang März es doch ist…

Dieses Jahr habe ich 4 Tage vor Abflug erfahren, dass ich gleich von Anfang an als #Guidepraktikant eingesetzt werde. Ein Trainer hat sich schlimm erkältet und konnte leider nicht fliegen und so war ich neben Headcoach Andrea und Co-Coach Herbert als Guidepraktikant Ronny unterwegs und hoffe doch, einen guten Job gemacht zu haben. Jedenfalls war unser Big Boss Andreas vom #Laufcampus Team zufrieden.

Es startete wie immer mit einem kleinen Lauf durch den Naturpark Son Real, dieses mal jedoch mit den Coaches und auch den TRainern vom parallel stattfindenden Ü50 Camp. Es war ein echt schöner Start und der Auftakt zu traumhaften Trails und schönen Momenten als Teilnehmer und Gruppe 2 Leiter. Natürlich musste durch die Verantwortung auch etwas mehr Zeit in die Vorbereitung der Einheiten und so investiert werden von mir, ein fehlen vom täglichen Frühprogram kam natürlich nicht in Frage. Aber es war keine Pflicht, sondern mir eher eine Freude…

Ich habe unendlich nette Menschen kennengelernt in dieser Zeit und ich freue mich, wenn ich vielleicht auch kommendes Jahr die Chance habe nach Mallorca zu fliegen um dort die Trails zu rocken. Es ist echt eine traumhafte Zeit und irgendwie die Gelegenheit vom alltäglichen Wahnsinn in Job und Privatleben zu fliehen. Mal sehen was und wie es wird…

 

Ramsvik camping – En plats att njuta av äventyr

Oder,

Ramsvik Camping – Icebug X2016 Part two……

 

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Mein Versprechen Euch weiter Teil haben zu lassen möchte ich auch erfüllen, wenn auch mein Erlebnis mit Susanne und Manuela bereits einige Tage länger her ist. Erst vor einigen Tagen habe ich einen Bericht geschickt bekommen, mit 24min VideoTagebuch über alle 3 Tage. Dieses habe ich auch bereits auf meiner FB Seite Ronny – go out and run gepostet und ich finde, dieses Video spiegelt alles erlebte wieder. Müsst Ihr unbedingt anschauen, würd mich freuen.

Ja wie war nun Tag 2? Es startete mit leichten Schmerzen bei uns allen 3. Nach einem ausführlichem Frühstück mit super leckerem Müsli wurden wir dieses mal zur Insel Malmön gefahren. Dort warteten wir auf die Fähre, welche uns jetzt erstmal zum Start bringen sollte und später dann erneut zum Festland, dann jedoch bereits im Wettkampf.

 

Die Wartezeit verbrachten wir so gut es ging. Das Wetter war heute super, Sonne, angenehme Temperaturen, etwas Wind. Perfekt um sich auf die geplanten knapp 29km mit fast 550HM zu begeben. Für mich war es ungewöhnlich, ein Rennen das eigentlich 2 einzelne Wettkämpfe sind. Nach dem Start ging es einmal um die Insel, über scharfkantige Felslandschaften immer am Meer entlang. Es war ein auf und ab und mit ständigen Richtungswechseln und die Konzentration musste immer bei 100% sein.

Dann stand ich mit allen anderen Läufer/innen erneut an der Fähre. Wir warteten, tranken und verpflegten uns und hatten auch die Chance aufs stille Örtchen zu gehen…So war es eine doch längere Pause und der eigentliche Wettkampf war somit nach 10km beendet…

Und trotzdem starteten wir alle zusammen auf dem Festland angekommen erneut und es galt, die kommenden 19km so schnell als möglich zu finishen. Nach dem es den ersten Berg steil nach oben ging, fanden wir uns nun eher auf einem waldigen und sandigen Boden wieder, hatten ab und Felsabschnitte dabei und konnten etwas an kleinen Seen die Sonne genießen.

Für mich war es aber sehr schwer, bereits bei gesamt Kilometer 15 merkte ich, dass mir die längere Pause überhaupt nicht gut getan hatte. Mich plagten Übelkeit, Rückenschmezen und eskamen auch Krämpfe in den Beinen hinzu, je länger das Rennen dauerte. Bei km 23 überholte mich Susanne und war gefühlt innerhalb von Sekunden auf und davon. An der letzten Verpflegungsstelle traf ich Sie wieder, Susanne wünschte mir das ich sicher und gut durch komme, motivierte mich nochmals und rannte weiter. Ich blieb etwas länger dort, trank ordentlich Wasser und diesmal auch Iso und bin dann weiter, mit der Hoffnung das ich es noch schaffe unter die 3h. Als ich in Kungshamn einlief, motivierte ich mich an weiteren Läufern denen es auch schwer fiel und ich konnte diese noch überholen. Im Ziel, an einem sonnigen und super schönen Landungssteg schrie Susanne und auch alle anderen Finisher feuerten mich an und so sprintete ich ins Ziel. Ich sah schon fertig aus, so im nachhinein beim betrachten der Bilder….ohohoh

Und nun warteten wir gemeinsam auf Manuela, dabei liesen wir uns die deftige Zielverpflegung schmecken und konnten in der Sonne unsere Laufsachen schon etwas trocknen. Nach einem ausgiebigen Dehnprogram mit mehr Tränen in den Augen als gewollt kam Manuela und wir brüllten Sie quasi ins Ziel. Trotz einigen Problemen konnte Sie Ihren bis dato längsten Lauf ever ever ever finishen und wir 3 waren überglücklich Tag 2 gemeinsam geschafft zu haben. Jeder von uns hatte seine Problemchen aber tapfer konnten wir diese überwinden.

 

Der Finale Tag…..

Ich wollte nicht wirklich aufstehen. Meine Muskeln schmerzten nach den 2 harten Tagen und so war ich ganz froh das wir „nur 19km“ laufen sollten auf der Abschlußetappe. Es sollte eine Überfahrt mit einem Boot nach Hunnebostrand gehen und dann über die kleine Insel Ödby ö wieder zum Campingsplatz nach Ramsvik. Leider konnte Manuela heute Aufgrund einiger Probleme nicht mit uns laufen, begleitete uns jedoch zum Start und feuerte uns super später im Ziel an. Es war mit Sicherheit die richtige Entscheidung, auch wenn es für uns und vor allem für Sie unendlich schwer war. Aber die Gesundheit geht vor.

Auch heute ging es abwechseln über felsige Abschnitte und Strecken durch die dortigen Wälder. Ab und an querten wir Straßen, aber immer war alles perfekt abgesperrt und wir konnten uns ständig von super Verpflegungsstellen laben. Aber zurück zum Wettkampfgedanken. Ich kämpfte mich durch und das schöne Wetter konnte mich erneut motivieren, alles zu geben. Über Ödby ö ging ein schöner Landungssteg und einige schlugen sogar Purzelbäume, mich motivierte eher das ich nur noch wenige Kilometer über das am ersten Tag bereits absolvierte  “ The Kingdom of rocks“ rennen musste. Und dies tat ich auch mit der letzten Energie die ich aufbringen konnte. Nach knapp 2h und 430HM lief ich auf den Campingplatz zu und überglücklich über die Ziellinie.

Kurze Zeit darauf kam auch Susanne und finishte nach 3 harten Tagen die #IcebugX16.

Manu erwartete uns im Ziel und wir fielen uns glücklich in die Arme. Alle 3 hatten wir etwas für uns neues und geniales erreicht. Jeder für sich ist an seine Grenzen gegangen, hat diese überschritten und erlebte seine Höhen, aber auch einige Tiefen. Aber wir waren uns auch einig, es war es wert.

Und unser Abenteuer ging ja weiter. Kaum das wir etwas gegessen hatten und die Taschen fertig gepackt hatten ging es mit dem Bus zurück nach Munkedal und dort sollte es nach kurzer Wartezeit mit dem Überlandbus nach Göteborg gehen. Die Zeit nutzten wir zum schlafen, Zeitungsberichte schreiben, uns gegenseitig Bilder zu schicken oder einfach nur Handys zu laden. Es sah aus als wären wir 3 alle mindestens 100 Jahre alt, wie wir uns vom Bahnhof die 1,5km auf dem Weg zu unserem Hotel machten. Die Mädels zogen Ihre Koffer und ich schleppte meinen Rucksack irgendwie mit uns mit und nach einigen Umwegen und GoogleMaps schafften wir es doch noch in das kleine schnuckelige Hotel und wir wollten freiwillig den Fahrstuhl nehmen. Dann sollte es ein kleiner Spaziergang werden zum Abendessen, den wir bei einem FastFood PizzaService beendeten und es uns allen dort richtig schmecken liesen. Als Abschluss noch ein Eis und dann fielen wir müde auch ins Bett.

Der nächste morgen war dem Abschied gewidmet. Wir flogen zu unterschiedlichen Zeiten heim und somit verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück bereits. Susanne und ich hatten noch etwas Zeit und so konnten wir noch etwas durch Göteborg humpeln bevor es heimwärts ging.

Abschließend und vor allem mit etwas Zeit die ich hatte um alles zu verarbeiten, muss ich sagen: „Es war das bisher schönste Abenteuer meines Läuferlebens.“ Die nettesten Menschen die ich mir vorstellen konnte hatte ich bei mir, obwohl ich auch gern noch mindestens 2 Personen zusätzlich dabei gehabt hätte. Ich werde wieder kommen und dann möchte ich gern mit allen Menschen dies erleben, die ich bereits diese Jahr gern dabei gehabt hätte. Das Land, die Menschen, deren Freundlichkeit und vor allem die traumhaften Trails waren einfach gigantisch. Und das ich, von den 12 deutschen Läufer/innen bester deutscher Starter wurde und Susanne beste deutsche Starterin, hätten wir uns nicht träumen lassen.

Meinen Dank möchte ich auch an Holger Lapp von Trampelpfadlauf.de richten, den durch Ihn wurden wir auf den Lauf aufmerksam. Danke an Susanne, Du hast uns dazu nach Mallorca animiert und auch einiges organisiert. Danke Manuela, das Du es mit mir und Susanne ausgehalten hast. Auch das Ihr Zwei Mädels es mit mir zusammen ausgehalten habt, eine Hütte in Ramsvik und Göteborg zu teilen. Das wir uns noch besser kennen lernen konnten und das sich daraus eine hoffentlich noch langwährende Freundschaft entwickelt. Und wir werden uns wieder sehen, wenn nicht beim Altmühltaltrail in wenigen Tagen, dann wenigstens bei einem unserer nächsten Abenteuern.

Bis dahin……..

Hej och hälsningar från Sverige

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Diesmal startet mein Bericht mit einem Gruppenbild aus Schweden, vor dem Start der 3. IcebugExperience 2016 in Ramsvik. Aber bevor ich hier weiter schreibe, möchte ich Euch kurz in die Vergangenheit mitnehmen, so dass Ihr auch erfahrt wie ich dazu kam in Schweden zu laufen…

…Es ist Anfang März und ich bin auf Mallorca zu meinem 2ten TrailCamp mit Laufcampus. Dort traf ich wie auch letztes Jahr ganz viele neue Gesichter die sich nicht nur für das laufen interessieren, sondern auch noch die gern im Gelände machen und dies auch abseits von den normalen Asphaltstrecken. Wir sind ja alles keine Umweltzerstörer und nehmen auch unseren Dreck wieder mit aus dem Wald, jedenfalls die, welche ich dort traf. Hej och hälsningar från Sverige weiterlesen

U.TLW 2016

Was heißt das eigentlich U.TLW??? Das fragte ich mich vor nun mehr 10 Monaten? Ich habe von einer Bekannten in Ihren Laufberichten gestöbert und wurde neugierig. Ein Ultra Trail durch die Region des bayrischen Waldes rund um Lam….mhhhh dachte ich mir, klingt spannend, aber auch lang und hart. Ultra, Trail, beides Begriffe die mir zwar geläufig waren, aber noch lange nicht vorstellbar für mich. Eines jedoch begeisterte mich, das Video, was ich auf der Seite vom Veranstalterteam über den ersten Lauf 2015 sah.

Da packte mich das Fieber und ich wollte mehr wissen. Natürlich bin ich schon öfters im Wald gelaufen, war bereits zum 4ten Mal am Rennsteig Halbmarathon erfolgreich ins Ziel gekommen, hatte zum ersten Mal auf Mallorca ein TrailRunningCamp besucht, aber ein solches Event war mir, als Straßenläufer, komplett neu. Also suchte ich mir kleine Läufe, fand jedoch so richtig nichts, den mein Laufkalender für 2015 war ja bereits voll…

Im Herbst fand ich einen, und zwar den MTUT- MaintalUltraTrail in Veitshöchheim, wo ich mich für den Basis Trail entschied. Wenn Ihr euch jetzt fragt, was ist das den schon wieder für Begriff, Basis? Ich bin da ja auch noch lange kein Profi, aber im Trail ist alles etwas anders. 🙂

Ich möchte es mal mit meinen eigenen Worten beschreiben.

  • TRAIL, dass ist die Strecke, die man läuft. Nein es ist nicht immer ein fester Weg, eher eine Art Trampelpfad oder Wildwechselweg. Oftmals etwas Asphalt, was jedoch sehr selten ist, eher Schotter, Waldboden, felsiges Gelände
  • BASIS, das ist eher die kleinere Laufdistanz, die kürzere Strecke. Oft auch nicht ganz so anspruchsvoll oder mit weniger Höhenmetern. Aber mit Sicherheit nicht weniger spannend oder weniger aufregend oder weniger schön
  • ULTRA, tja was soll ich da sagen…der lange, schwere und anstrengendere Lauf. Definitiv ist ein Ultra jedoch ÜBER 42,195km also länger als ein Marathon
  • CutOffTime, etwas was ich noch nie hörte, aber sehr wichtig ist für uns Läufer. Die Zeit an der Du als Läufer bis zu einem gewissen Punkt gekommen sein musst. Kommt man später, ist man aus dem Rennen, da es keine Möglichkeit gibt, vor Zielschluß mehr jenes auch zu erreichen

Also lief ich im Herbst meinen ersten Wettkampf im Trailbereich und wurde auf anhieb unter den Top Ten gewertet. Es war anstrengend aber gigantisch, wunderschöne Streckenabschnitte, super Ausblicke und schöne Laufmomente. Auch die Verpflegung ist anders als bei einem Marathon. Es ist alles etwas familiärer. Da kann es auch schon mal Wurst- und Käsewürfel geben, oder auch mal Brötchen mit Leberwurst (hab ich mir sagen lassen), Salzstangen, Kuchen, Tomaten, alkoholfreies Weizen und und und Bei meinen Marathons hab ich immer ne Banane gegessen oder so, Wasser, später Iso oder Cola aber Kuchen??? Verrückt, aber echt super.

Ich war im Trail Fieber gefangen und das Jahr 2016 konnte beginnen. Erneut habe ich auf Mallorca das TrailCamp besucht. Erneut durfte ich unendlich viele nette Menschen kennen lernen, welche auch diese Leidenschaft, abseits der Straßen zu laufen, teilen. Und ich wollte nach Lam, zum sogenannten „König vom Bayerwald“ und dort teilnehmen. Ich wollte es mir, meinen Freunden, Kollegen, Bekannten und meiner Familie beweisen. Es ist alles möglich, auch wenn der Körper einem Grenzen auferlegt, diese mit mentaler Stärke zu überwinden und seine Ziele zu erreichen.

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Harter Mann Lauf, Wings for Life World Run und das Bunte drum herum

#hartermannlauf #wingsforlifeworldrun

Die letzten Wochen standen voll im Zeichen der Vorbereitung meines ersten Ultra-Laufes, dem UTLW „King of the Bayerwald“, mit all den Höhen und Tiefen, die man in einer Vorbereitung haben kann.

Der März hat gerade erst angefangen, ich komme aus dem Trail Camp mit #Laufcampus von der Sonneninsel Mallorca zurück. Es war erneut wunderschön dort, wenn auch das Wetter nicht ganz so warm war wie 2015, waren doch die vielen neuen Bekannten genau so herzlich wie ein Jahr davor. Einzigst und allein merkte ich bereits hier, das ich es dieses Jahr schwer haben werde…….

Mein Rücken und somit auch mein linkes Knie schmerzten bei den Trails des öfteren, zum Glück hielt jedoch beides. Als ich dann überraschend einen Anruf meines Physiotherapeuthen bekam, der erste Schock, Muskelfaseranriß, kann mich nicht behandeln……….Seine Kolleginnen haben dies dann übernommen, und bekamen mich erstmal wieder etwas fitter…..

Die kommenden Wettkämpfe zeigten mir aber, es ist nicht so wie ich will….Einige Trainingsläufe über 3h und länger fielen aus, die Wettbewerbe wurden verändert, ich musste mir überlegen was ich mache. In Bad Mergentheim bin ich den Halbmarathon gelaufen, musste jedoch nach 15km mir eingestehen, dass Ziel diesen unter 1h 30min zu laufen so nicht funktioniert. Da realisierte ich langsam, die Vorbereitung auf meinen ersten Ultra Trail Lauf wird steiniger….. Ich trainierte nun bereits seit fast 6 Wochen mit ständigen Problemen im Knie, meistens wenn ich langsam lief. „Super Ronny“, sagte ich mir, „wie willst Du im Gelände den fliegen?“

Es kam wie es kommen sollte, der vorletzte Testlauf stand an. Nachdem ich am Ostermontag in Rodgau mit Schmerzen nur 1min schlechter war als das Jahr zuvor ohne Probleme, wollte ich den Harten Mann Lauf in Niederstetten wenigstens unter 3h finishen. Es war ein Apriltag, wie er im Buche stand. Es ging mit herrlichem Sonnenschein und Bodenfrost früh los, alles passte, meine Probleme waren vergessen, aber nicht weg… Ich traf Didi Beiderbeck, einen Ultra Streak Läufer mit Handicap, der vom Veranstalter eingeladen wurde heute mit uns zu laufen. Es war krass, soviel Lebensfreude, Energie und Kraft von einem Menschen zu spüren….gigantisch. Auch dies gab mir Kraft, alles zu vergessen und so ging es bei leichter Wolkenbildung zum Start. Bei der Hälfte der Strecke wurde mir klar, es ist machbar, ich kann meine Wunschzeit erreichen. Ich nutzte die Gelegenheit einen weiteren Läufer zu treffen und lief mit Peter dann die 31,8km mit 620HM zu Ende. Hier war dann alles dabei, eisiger Wind, Schneegraupel und Sonne. Im Stadion auf den letzten 400m lief ich dann im Schnee über die Ziellinie, die aufgehangene Glocke läutend kam ich in 2h 58min an, es war geschafft und ich war überglücklich….

Als nächstes sollte der Wings for Life World Run in München folgen. Dieser Lauf liegt mir sehr zu Herzen, ist es doch vor allem die Idee, die da steht. Auf der ganzen Welt starten gleichzeitig tausende von Läufer/innen für die, welche es nicht können. Ein Lauf, dessen gesamter Erlös in die Rückenmarksforschung geht, um vielleicht in naher Zukunft die Menschen, welche an den Rollstuhl gebunden sind, zu heilen. Klar, auch hier kann man den kommerziellen Hintergrund mancher Sponsoren nicht vermeiden, so ist es doch der Getränkehersteller, der überall in aller Munde ist, sind Sportrollstühle und Handbiker nicht erlaubt und sollen die Rollis hinten starten……..Alles Punkte, die sich doch hoffentlich noch ändern werden, denn steht hier der Mensch im Mittelpunkt, oder das Ziel, welche Person weltweit in einer bestimmten Zeit am weitesten kommt? Ich finde, ganz klar der Mensch, und alle ehrgeizigen Läuferinnen und Läufer die sich daran beteiligen, egal b mit 2km oder mit über 80km………..

Ich traf dort gan viele nette Menschen aus der Laufgruppe, Menschen die ich von Facebook kenne, dort als Freunde gelistet habe, oder auch noch nicht hatte, einfach Individuen, die jede/r für sich besonders sind. Komischerweise bin ich doch bekannter als gedacht, kam ich doch manchmal echt außer Atem, alle zu treffen und vor allem alle zu koordinieren, woher kenn ich Dich und wer kennt vielleicht noch wen?! 😉 Und ich möchte ALLE von Euch gerne wieder treffen, den es war schön.

Aber ich merkte auch, dass ich es nicht so locker und lustig anging wie die Anderen, ich war angespannter, focusierter. Ich hatte mir ein erneutes Ziel gesetzt, die 30km Marke zu erreichen, bevor mich das Catcher Car, die virtuelle Ziellinie, ein- und überholt. Schon heftig, den es war auch sehr warm und die Strecke war mir nicht bekannt.

Ich fühlte mich gut, trotz der extremen Wärme und bis km 19 war auch alles locker…Dann kamen aber die schweren Minuten und ich wurde vom Kopf beherrscht. Als ich kurz vor der 30km Marke hörte das Auto kommt gleich, gab ich nochmal Gas und konnte bei 30er Schild kurz Anna und Lisa Hahner und Miriam Gössner grüßen bevor ich nochmal 180m draufpackte und derzeit auf Platz 299 männlich in Deutschland, AK Platz 63 und weltweit auf dem Platz 3140 männlich rangiere. Warum derzeit, es gab Probleme mit den Chips in der Startnummer und die Auswertung in Deutschland ist noch nicht beendet……2h26min51sek hat es gebraucht, bis ich über die bewegliche Ziellinie kam, 1h hat es daheim nur gebraucht, mich für 2017 erneut an zu melden. Einmal WingsforLifeWorldRun, immer dabei, wenn ich auch vielleicht in Konflikt komme mit meinem SuperMarathon kommendes Jahr am Rennsteig, egal.

 

 

Ja und heute, heute war in der Nachbarschaft in Elpersheim der Pfingstlauf, den ich 3x bereits gelaufen bin und jedes Jahr besser wurde. Dieses Mal jedoch, bei knapp unter 8Grad, nur als Zuschauer zum anfeuern meiner Vereinskollegen und auch vieler weiterer super Läufer/innen….Schön euch getroffen zu haben, klasse Stimmung trotz kühlen Temperaturen. Die Stimmung mal als Zuschauer und zum anfeuern, auch genial. Aber deutlich wärmer angezogen als die eigentlichen Stars 😉

UND NUN, ja nun werde ich mich auf den Rennsteig vorbereiten.Es soll erneut kühle und nasse Bedingungen geben, warten wir es mal ab. Ich freu mich irgendwie schon, auch wenn mir meine Zielzeit, zwar nicht egal, aber nicht so wichtig ist. Die Stimmung, ins schönste Ziel der Welt nach Schmiedefeld zu kommen, hat einfach etwas. Und wie ich dies, meinen Ersten Ultralauf und die kommenden Wochen danach erlebe, lest Ihr beim nächsten Mal. Ich freu mich, Euch dabei zu haben………..

Euer Ronny

 

Long time ago…

Es ist wirklich schon sehr lange her, dass ich hier einen Beitrag geschrieben habe…

In den vergangenen Monaten ist in meinem Leben sehr viel passiert. Dabei halten sich  positives und negatives jedoch die Waage. In dieser Zeit sind liebe Menschen in mein Leben getreten und haben mich für eine schöne Zeit begleitet. Jedoch kamen wir an eine stark verzweigte Kreuzung, an der Jeder von uns in eine andere Richtung weiter lief. Aber so ist es im Leben, ein kommen und gehen von Menschen, der Eine begleitet einen länger, die Andere verlässt den gemeinsamen Weg sehr schnell wieder. All dies jedoch prägt uns und es wird immer ein Teil der Menschen bei einem bleiben.

Nun steht ein weiterer Meilenstein meines Lebens an. Dieses Mal wird es eher ein sportlicher Abschnitt werden. In wenigen Stunden, genau gesagt in 67Stunden werde ich in Rodgau zum Osterlauf über die 25km zu meinem läuferischen Start in die Frühjahrsaison 2016 starten.

Viele kleine Wettkämpfe, Trainingsläufe, aber auch mehrere Wochen krank, pflasterten bisher meinen Weg. Bisher bin ich auch noch nicht wirklich gesund, mein Rücken und meine Knie sind etwas angeschlagen, mein Geist derzeit noch voll von vielen Kleinigkeiten…aber mein Focus liegt auf einem Ziel, kämpfen und niemals aufgeben.

  • Osterlauf in Rodgau über 25km am 28.03.2016
  • Halbmarathon Bad Mergentheim am 09.04.2016
  • Harter Mann Lauf in Niederstetten über 31,8km am 24.04.2016
  • WingsforLifeWorldRun in München mit dem Zie die 30km zu erreichen am 08.05.2016
  • Pfingstlauf in Elpersheim über 10km am 15.05.2016 > neue Bestzeit?
  • Halbmarathon ins schönste Ziel der Welt beim Rennsteiglauf am 21.05.2016
  • mein erster Ultralauf  „Der König vom Bayerwald“ über 53km und 2700HM am 28.05.2016
  • Halbmarathon in Rothenburg ob der Tauber am 05.06.2016
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All das, sind nun meine wichtigsten Meilensteine im Frühjahr.

Aber ich möchte Euch auch noch über eine traumhaft schöne Woche mitnehmen, wenn auch rückblickend. Ende Februar hat es mich mit Laufcampus erneut auf die spanische Insel Mallorca verschlagen, zum Trail laufen. Viele liebe Menschen konnte ich wieder treffen, ganz viele durfte ich neu kennen lernen. Es war eine traumhafte Zeit, die ich nie missen möchte.

 

Und nun, werde ich zum laufen gehen, Beine lockern und frische, regnerische Luft atmen…

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Ronny- go out and run, der Lauf seines Lebens?

„Alles ist möglich“ – das zeigt uns Dieter Hallervorden, alias Paul Averhoff

Es ist Samstag, gegen 11 Uhr und ich finde einen der noch wenigen freien Parkplätze auf der Talavera in Würzburg. Dort treffe ich mich mit einer Freundin aus meiner Laufgruppe, Runtastic bei FB. Katrin hatte sich zu Ihren ersten offiziellen 10km Wettkampf angemeldet, ja und ich, ich wollte meinen 3. Marathon am nächsten Tag laufen.

Für mich, aber auch Katrin sehr aufregend, den jeder hat seine eigenen Ziele, aber alle wollen wir doch das gleiche, wir wollen laufen und alles geben um am Ende unser Ziel zu erreichen!

Aber kommen wir wieder zurück… Danach war es Zeit, schnell meine Eigenverpflegung ab zu geben und sich gemeinsam die einzelnen Stände an zu schauen. Wir finden beide etwas, so soll es doch auch sein. Schnell noch die Event Shirts abholen und dann mal kurz den Zielbereich anschauen. Angst nehmen, oder wohl doch eher schüren? Esgeht in einer leichten links rechts Kurvenkombination minimal bergauf. Larissa würde sagen, ein Hügelchen andere fanden es eher als ein Berg!

Am nachmittag war ich nochmals meine Beine auslockern, beim Einsteiger Lauftreff. Eine schöne kleine und ruhige 5km Runde langte, um die Beine zu lockern. Danach ging es los, Beutel für den nächsten Tag packen. Badetuch dabei,check, Schlappen und Wechselklamotten,check, Pulsuhr und Gurt,check…Danach Pasta, Vollkorn Dinkelnudeln mit TofuHack und Gemüse in einer SoyaSahneSoße, mhhhhhh echt lecker.

Sonntag, erst geht mein Handy los, das ich ganz fix ausmachen…kurz darauf vibriert meine Uhr und dann kommt noch das Radio… Ist es echt schon halb 5, muss ich schon aufstehen… Na gut, Ronny, jetzt aber los. Nach einem reichhaltigem Frühstück zieh ich mich bereits Lauf fertig an, befestige meine Startnummer, gehe nochmal die Tasche durch. Ich fahre zu meinen Kollegen und dann geht es halb 7 bereits Richtung Würzburg. Dort angekommen, konnten wir noch über die spätere Laufstrecke fahren und wieder gut parken.

CongressZentrum, kurz prüfen wo muss ich hin. Die Schlangen an den Toiletten werden länger, vor allem bei den Männern staut es sich. Nun geb ich die Tasche ab, Countdown beginnt…08:15 ich sitze fast verloren auf dem Boden, trinke noch mal etwas und sag die ganze Zeit ich bin nicht fit, das wird nix, die Nerven liegen blank…08:30 wir gehen Richtung Startaufstellung, kurzer Abzweig bei CEP für ein Bild, ich kenne das ja bereits von Darmstadt…und finde es schön, es lenkt ab. 08:41 nun schnell aber nochmal Richtung WC, bestimmt schon das 6te Mal heute…danach etwas einlaufen, Beine lockern, mobilisieren. 08:52 ich sehe Norbert Wilhelmi, sprech 2, 3 Worte mit Ihm, er wünscht mir einen Guten Lauf, sieht Marathon und freut sich, denn es laufen NUR ca 600 diese Distanz. Nur? immerhin 599 genau so Laufbegeisterte wie mich zu bündeln in einer Stadt wie Würzburg ist schon sehr gut, dazu die restlichen zig tausend die auf die halbe Distanz gehen, oder gegen Mittag den 10km Lauf anpeilen…

08:57, meine Uhr sagt mir, Aktivität noch nicht gestartet, es kommt The Final Countdown über die Boxen wir Läufer werden heiß gemacht. Ich sehe kurz die Läufer aus Eritrea, Sie wollen den HM laufen, wir alle sind gespannt. 08:58, kurzes Shake Hands, Wir wünschen uns viel Glück. Die Augen gehen nach vorn, ich höre langsam nichts mehr neben mir, ich atme tief durch und es geht los.

Viel zu schnell starte ich, der 1km unter 4:25 auch der 2 noch. Vorbei an den Zuschauern geht es gleich zu beginn über den Main, da am Brückenende die erste Band die uns empfängt. Ich wusste Armin wollte ne super Zeit unter 1h40min laufen auf dem HM, so ähnlich war mein Ziel für Runde 1… Nach 5km lieg ich ca 100m hinter ihm, mich überholen Läuferinnen und Läufer, alle mit schwarzer Startnummer, Halbmarathon, kein Problem Ronny, laß Sie alle ziehen, lauf Dein Rennen.

Startgleich mit mir gingen auch einige Bekannte und Freunde auf die Strecke, HM Distanz beim ViVa West Marathon. Viel Glück Euch dachte ich mir.

Zwischen km 6 und 7 ist es 09:30, nun sind auch die Marathonis unterwegs, jetzt gilt es Laufmädchen, Christian, Euer Erster Marathon… Ich drücke Euch die Daumen und denk an Euch. Und das lässt mich mein Tempo vergessen, ich werd locker und schließe zu Armin auf. Wir quatschen kurz, fragen uns gegenseitig wie es läuft. er quält sich etwas, sein Oberschenkel ist getapt. Seit fast 4 Wochen bringt er riesen Leistungen. Hamburg, Darmstadt, Rennsteig, Würzburg, Hut ab sag ich da nur.

Ich lauf weiter, achte wenig auf die Uhr, Puls ist mir komplett egal. KM 10, eine erste Hürde ist geschafft. Mit 44:42 lieg ich super in der Zeit. Nur bei der Verpflegung hab ich Probleme, es stehen beide Flaschen dort, jetzt schon die für km 30 erwischen, schrecklich. Also Vollbremsung, kurz schauen, und von Null wieder starten. Scheiße denk ich, kann ja nicht sein…..Dazu spür ich kurz drauf einen kleinen Schmerz im Schuh, ein Steinchen muss wohl rein gekommen sein. Nein Ronny lauf weiter, das wird…..

Es geht in die Randbezirke und von dort langsam wieder Richtung Residenz und Innenstadt. Es läuft super, die Zeiten spiegeln meine Laune und meine Verfassung wieder. Lauf Ronny lauf hör ich von den Zuschauern und ich laufe. Langsam kommt die Weiche zur 2ten Runde in Sicht, und ich muss doch tatsächlich bei meinem 3ten Marathon auf Dixie. Aber wenn es den Profis passiert, dann kann ich das auch und so laufe ich bei der Hälfte mit einer Fabelzeit von 1:35:32 über die Matte. Meine 3 beste Halbmarathon Zeit überhaupt und ich will ja nochmal so lang rennen…. Ich muss verrückt sein.

Ich treffe einen Läufer, wir quatschen kurz wie es uns geht und Ich frag ihn was er laufen will, Er sagt es wäre schön um die 3h15min zu laufen, ich denk mir klar ich auch, kurz darauf muss ich abreisen lassen.

Langsam wird es für mich auch schwer, ich schau auf die Uhr und es tauchen komische Zahlen auf, die will ich bei km 25 nicht schon wieder sehen. Ich kann mich noch gut an Dresden erinnern, da kam genau jetzt der Mann mit dem Hammer und knüppelte mich innerhalb von nur 1km so runter, das ich stehend K.O. war. Nein Ronny diesmal nicht, dachte ich da. Du hast zu viel trainiert, zu viel gekämpft, auf zuviel verzichtet um jetzt einzubrechen. Ich laufe weiter, denk immer wieder an die Anderen, meine Freunde, was machen Sie, wie verkraften Sie die Strapazen, geht es Ihnen gut? Ich zieh mich daran hoch und hoffe IHnen dadurch irgendwie Mut zu kommen zu lassen, Kraft zu schöpfen, weiter zu kämpfen.

Endlich km 30, dort hinten kann ich trinken, Wasser und Gel (PowerBar Apfel) gemischt. Ich nehme die Matte war, die Zeit war mir nicht bewusst. Erst zu Hause am Rechner sah ich es, km30 in 2h17min46, Hammer. In Rodgau bin ich am Ostermontag ja schon ne 1h50 auf den 25km gelaufen, aber das ich das trotz der immer stärker werdenden Schmerzen am großen rechten Zeh halten kann, krass…

Nun bin ich wieder weit weg, der entfernteste Punkt zum Ziel, mir kommt der Läufer von vorhin entgegen, ca 400m hat er Vorsprung. Die letzte Wende, nun geht es in die Stadt zurück und die Zuschauer werden wieder mehr. Erneut Anfeuerungen, die Leute brüllen meinen Namen und schreien, ich tanke wieder Kraft… Der Main, ich laufe am Stadtstrand vorbei, heute hab ich kein Auge dafür, aber ein Herz für die Photographen geht immer, Ich kann sogar lächeln dabei.

Residenz, Innenstadt, da km 40. Der letzte Schluck aus meiner Flasche, nur Cola ohne Kohlensäure. Die hatte ich am Samstag bereits ausgeschüttelt. Nun aber Ronny, noch etwas über 2km, die schaffst Du noch. Ich hole langsam einige Läufer ein, überhole Sie sogar. Das hatte ich noch nie geschafft…da, 500m, kurz gerade, dann eine Rechts, Links Kurven Kombi und das Ziel. Ich sehe Katrin, die mir zu jubelt, mich anfeuert ich klatsche kurz ab, bekomme es jedoch auch nur am Rande mit. Ich sehe das Ziel und grinse und nehme nochmal die Beine in die Hand und geschafft…Uhr aus, 4-5 Schritte ausgehen, hin knien. lächeln. Katrin kommt mir entgegen, ich Fall Ihr in die Arme und kann mich nur freuen. Sie gibt mir Ihre Jacke, „werfe die über, kannst sie ruhig vollschwitzen…“ es ist kurz vor 12:30, die Sonne strahlt, kein Wölckchen am Himmel und ich friere und werfe die Jacke über. Ich wünsche Ihr Glück, schreie Ihr zu ich feuere Sie vorm Ziel an und schon ist Katrin zum Start weg. Endlich die Medaille, dieses Jahr wirklich verdient! Ich fall der guten Frau um den Hals und bedanke mich. Nun realisiere ich es erstmal, 3h20min50sek steht auf der Uhr, später werden es offiziell 3h20min45sek. Das sind ganze 20 Minuten schneller als im Oktober 2014 in Dresden und September 2013 in Berlin. Ich hab es geschafft, eine Schallmauer durch brochen. 20Minuten, das sind Welten finde ich…….Worte des Glückes kann ich Euch noch immer nicht schreiben…..das hält wohl noch etwas an.

Da sitzt mein Läufer von der HM Distanz, grinst und trinkt Bier. Er hat es geschafft, 3h14min Hammer Zeit. Ich hol mir auch ein Siegerbier, aber irgendwie schmeckt es nicht wirklich. Hunger, ich könnt grad essen. Christian und Katrin, was werden Sie gerade machen, wo sind Sie, können Sie noch??? Ich esse, heute bin ich mal die Raupe, 😉 hau mir von der Wassermelone, zur Banane, Pfirsich, Nektarine zum süßen Stückchen alles rein was geht. Cola, Wasser, Apfelschorle, gerade ist mir egal ob vegan oder nicht, ich brauche Essen. Und die Schuhe… aufmachen, endlich Luft. Nun noch etwas Essen mitnehmen, Tasche holen und warm anziehen, denn ich friere nun wirklich. Mein Körper rebelliert, ich war wohl doch sehr an meine Grenzen gegangen.

Raus an die Sonne, ich jubel auf den letzten Metern unendlich vielen zu. Egal ob Marathon, Halbmarathon oder 10km Lauf. Ein Bekannter, ich traf Ihn zum Residenzlauf vor ein paar Wochen fährt mit seinem Rollstuhl vorbei. Wir quatschen kurz, ich frag Ihn nach seinem Ergebnis von damals, Er lächelt, seine Augen strahlen. Er war glücklich es lief super, dass lässt auch mich freudig lächeln. Wir verabschieden uns und geht es Schlag auf Schlag. Katrin kommt auf die letzten Meter. Ich mach 2-3 Bilder, viel zu weit weg und sicher verwackelt und feuere Sie nebenher laufend an. Da der Zielsprint, keine Chance für mich, Sie fliegt quasi ins Ziel! Auch Ihre Augen strahlen, Sie hat auch Ihr Ziel erreicht. Erneut fallen wir uns in die Arme, freuen uns füreinander. Als Sie Ihre Medaille bekommt laß ich Sie genießen, dass ist Ihr Sieg, Ihr Moment!

Kurze Zeit darauf sitzen wir beide auf dm Thron von CEP und freuen uns. Wir haben es geschafft und nun gehts zum duschen, und zum versprochenen Eisbecher. Mhhhhh riesig, lecker und ein absolutes muss!

So wurde es spät,ich fuhr langsam heim und fragte mich immer noch wie ich das geschafft habe. Und nun weiß ich warum mir mein Fuß schmerzte. Ich hab mir das erste Mal seit fast 3 Jahren eine riesen Blase gelaufen. Genau zwischen meinem großen Zeh und dem nächsten.

Und wie erging es meinen Freunden? Alle sind Sie ins Ziel gekommen, jeder hat gefinisht, dass allein zählt! Nicht immer geht es nur um Zeiten, sondern sich zu beweisen das man stark genug ist so eine Distanz zu laufen. Sich zu disziplinieren, egal für welchen Lauf, die Wochen des Trainings überstanden zu haben und am Ende die Urkunde und die Medaille zu bekommen und der glücklichste Mensch der Welt zu sein…das allein ist es doch, was das ganze ausmacht…

Ich möchte nochmal Danke sagen. An meine Freunde und Kollegen die mich im Training ertragen durften. Danke an alle die mit mir liefen und mich aufmunterten und wenn ich mal nicht so gut drauf war. Aber auch an die Unterstützung von Freunden weiter weg. Danke Laufmädchen, ich habe von Dir gelernt mich durch zu kämpfen und nicht auf zu geben. Und ich esse noch immer gern vegane Produkte, vorallem immer bewusster. Aber auch Katrin Raps, an Dich möchte ich ein Danke richten. Es macht Spaß mit dir zu quatschen und zu schreiben und zu sehen wie ehrgeizig Du an Deine Ziele gehst, ich werd mir eine Scheibe abschneiden für den Herbstmarathon am Baldeneysee. Auch Danke Steffi, für alles.

Ich hänge noch ein paar Bilder an, natürlich nur die eigenen, den ich möchte keine Probleme mit SportOnline bekommen, auch wenn diese coole Pics geschossen haben. Wenn Ihr wollt, hier könnt Ihr Sie euch anschauen…

http://www.sportonline-foto.de/veranstaltungen/mit/start/107/vas/WMM15

Und wenn ich nicht mehr kann, dann lauf ich eben ins Ziel.